Sparen ist nicht die Lösung

In der Griechenlandkrise hört man immer wieder, Griechenland solle „sparen“, seine Ausgaben zurückfahren. Das ist aber gar nicht das Problem. Vielmehr ist gemeint, daß Griechenland aufhört, seine Mittel zu verschwenden. Sofort stoppen, Geld aus dem Fenster zu kippen. Rentenzahlungen an Blinde, die nicht blind sind? Gehälter an Staatsbedienstete, die gar nicht zur Arbeit erscheinen? Und wenn doch, erhalten die eine Anwesenheitsprämie?

Das sind Details, die uns hier zu Recht die Zornesröte ins Gesicht treiben, wenn wir das alles von unseren Ersparnissen bezahlen sollen. Oder mit unserer Notenpresse, die wiederum unsere Ersparnisse entwertet (Zinsen auf Spareinlagen liegen inzwischen bei unter 1%, Staatsanleihen bringen gar Null Zinsen). Wer eine Million gespart hat, darf sich pro Jahr über 10.000 € Zinseinnahmen vor Steuern freuen. Das ist weniger als Hartz4. Der Millionär ist zum Sozialfall geworden.

Moderne Volkswirtschaften müssen investieren. Straßen, Infrastruktur, Energieversorgung. Aber natürlich so, daß sich das alles rechnet. Organisches Wachstum muß stattfinden. Leider wurden teure Straßen gebaut, wo vorher Feldwege waren, der Verkehr ist indes immer noch der selbe. Jetzt rumpelt der Olivenlaster über ebenmäßig geteerte Wege, eine höhere Wertschöpfung, aus der ein Kapitaldienst geleistet werden könnte, bleibt aus.

Die Straße ist da, der Kapitaldienst ist nicht zu leisten. Da hilft kein Sparen. Die Straße kann auch nicht wieder abgebaut werden („Zweitverwertung“).

Aber in Zukunft muß der Unsinn aufhören, damit sich diese Tragödie nicht wiederholt. Denn Griechenland ist ja nur ein Beispiel – was ist mit Bulgarien, Portugal, Spanien und den anderen?

Sparen ist eine falsche Übersetzung dessen, was die internationalen Geber und Helfer fordern. Es müsste korrekt heissen: Mehr Effizienz.

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