Was sagt uns Zypern?

In Zypern wurden bekanntlich von den Guthaben über 100.000 € gleich 40% als Sanierungsbeitrag eingezogen.

Stellen sie sich vor, Sie hätten Mitte des Monats auf ihrem Bankkonto Geld für die Löhne Ihrer Mitarbeiter geparkt, die in wenigen Tagen zur Auszahlung anstehen, und dann ist leider über Nacht fast die Hälfte des Geldes konfisziert? Was wohl die Sozialkassen und die Mitarbeiter zu Ihrer „Ausrede“ sagen werden?

Oder Sie haben einen Kredit ausgezahlt bekommen für die Anschaffung eines Investitionsgegenstandes. Schade – nur noch die Hälfte des Geldes steht bar zur Verfügung, die Rückzahlung des Kredites schulden Sie in voller Höhe, die Maschine können Sie leider nicht anschaffen.

Wir meinen, das ganze ist doch absurd und nicht durchdacht!

Für Zypern besonders gravierend

Die Eliminierung des Bankensektors auf Zypern ist ein schwerer Schlag für die Wirtschaft der Insel, denn hier wurden 45% des BIP auf der Insel erwirtschaftet. Die Bankangestellten werden ihre Jobs verlieren, alle ausländischen Bankkunden mit großen Summen auf ihren Konten werden die kümmerlichen Reste ihrer Guthaben abziehen. Das Wirtschaftsleben kommt zum Erliegen: Luxusvillen, Firmensitze, die Liegeplätze für Luxusyachten und Bürohäuser stehen leer. Anwälte, Notare, Security-Firmen, Dienstboten, Haushälterinnen, Chauffeure, Boutiquen, Einzelhandelsbetriebe, Gärtner, Ärzte usw. verlieren ihre Existenz.

Armut ist die Folge. Niedergehende Ortschaften, geschlossene Geschäfte und Hotels, ein Verfall des Häusermarktes und wachsende Arbeitslosigkeit verwandeln die „Insel der Götter“ im Mittelmeer in ein trostloses Armenhaus.
Lebensmittelgeschäfte können wegen der Überweisungsbeschränkungen keine neuen Waren einkaufen und die Kunden haben kein Geld, um die Dinge des täglichen Bedarfs einzukaufen.

Was heisst das für uns? Der jetzt als Rettung gefeierte Deal zwischen Brüssel und Nikosia hat das Ende des bisher bekannten Bankwesens eingeläutet. Von jetzt an hat die Troika einen direkten Zugriff auf jedes Bankkonto innerhalb der EU und kann das im Krisenfall auch gegen den Willen der Bürger und ohne die Parlamente überhaupt zu fragen verwenden.

Denn nicht der Staat enteignet per Steuer und Abgaben seine Bürger – nein, die Banken werden innerhalb des Bankwesens restrukturiert. Dabei gehen dann gelegentlich Teile der Guthaben verloren. Die Menschen werden einfach nach Maßgabe der Banken von ihrem Geld abgeschnitten. Wie wir am Beispiel Zypern sehen, muss die Regierung des Landes dann mit der Troika aus EZB, EU und IWF darüber verhandeln, ob und wann ihre Banken wieder geöffnet werden dürfen.

Peter Gauweiler macht darauf aufmerksam, dass eine Bankenschließung und ein direkter Zugriff auf die privaten Konten auch in Deutschland möglich ist. Im Kreditwesengesetz (KGW) gibt es den Paragraphen 47, der im Falle von Bankenproblemen erlaubt, die Institute zu schließen und keine Zahlungen mehr im Kundenverkehr zu leisten, wenn schwerwiegende Gefahren für die Gesamtwirtschaft drohen. Das könne auch durchaus an Wochenenden geschehen. Das weitere erledigt dann die EZB.

 

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